Die Ausstellung The Order of Chaos / Die Ordnung des Chaos vereint drei Projekte des deutsch-amerikanischen Künstlers Stefan Roloff (* 1953 in Berlin). Stefan Roloff ist Maler, Videokünstler und Pionier der digitalen Bildbearbeitung in den Bereichen Videokunst, Musikvideo und Fotografie. 1984 arbeitete er auf Einladung des New York Institute of Technology und des Musikers Peter Gabriel an Images II, dem ersten Prototyp computergesteuerter Bildbearbeitung. Mit The Face entwickelte er den Vorläufer für das Musikvideo zu Peter Gabriels Lied Sledgehammer. Gleichzeitig produzierte er Big Fire, eines der ersten von Künstler:innen erarbeiteten Digitalbilder mit Musik von Andrew Cyrille. Stefan Roloff schuf eine Vielzahl von Kurz- und Dokumentarfilmen, die sich durch seinen immer fokussierten Blick unter die Oberflächen auszeichnen. Sein auf Zeitzeugeninterviews basierender Dokumentarfilm Die Rote Kapelle wird seit 2015 in der permanenten Ausstellung des United States Holocaust Memorial Museum in Washington gezeigt. Im Oktober 2026 erscheint sein erster Roman mit dem Titel Durchbrenner bei Rowohlt Berlin.
Das Konzept der in Schloss Biesdorf gezeigten Serie Of Mice and Monuments (2023-25) entwickelte Roloff 1990 nach dem Fall der Berliner Mauer und der darauffolgenden Zerstörung von Statuen der sozialistischen Welt. Auf der farbenfrohen Serie von Tintenstrahldrucken setzen Mäuse sich selbst Denkmäler, bewundern diese und zerstören sie wieder.
Zwei ebenfalls in der Ausstellung zu sehende Installationen nehmen die Form dreidimensionaler Gemälde an: Burnt Mickey(2026) stellt untertäniges Verhalten in einer düsteren, postapokalyptischen Welt dar. Saturn frisst seine Kinder (2026) ist eine Hieronymus Bosch-artige Szene in irisierenden Farben, die uns den ewigen Kreislauf von Freiheit und Unterdrückung wie einen Tanz auf einem Pulverfass erleben lässt.Stefan Roloff lebt und arbeitet in Berlin und New York.
Die Ausstellung wird unterstützt durch den Fonds für Ausstellungsvergütungen für bildende Künstler:innen und den Ausstellungsfonds Kommunale Galerien Berlin der Senatsverwaltung für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt.