Grußwort zum Empfang: Dr. Wolfram Weimer, Staatsminister beim Bundeskanzler und Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)
Mit ihrem 75. Geburtstag feiert Elvira Bach dieses Jahr nicht nur ein persönliches Jubiläum, sondern auch ein außergewöhnliches Lebenswerk, das die deutsche Gegenwartskunst seit mehr als vier Jahrzehnten nachhaltig prägt. Als eine der markantesten Stimmen aus dem Umkreis der „Neuen Wilden“ hat sie eine unverwechselbare Bildsprache geschaffen, die bis heute von expressiver Farbigkeit, großer emotionaler Intensität und kompromissloser Authentizität getragen wird.
Geboren 1951 und ausgebildet an der Hochschule der Künste in Berlin, entwickelte Elvira Bach schon früh eine künstlerische Haltung, die sich jeder Konvention entzog. Während viele ihrer männlichen Weggefährten den Aufbruch der jungen Berliner Malerei bestimmten, formulierte sie eine eigenständige Perspektive, in deren Zentrum die Frau als selbstbewusstes, schöpferisches und vielschichtiges Wesen steht. Ihre monumentalen Selbstinszenierungen, Porträts und Allegorien erzählen von Stärke und Verletzlichkeit, von Sinnlichkeit und Alltag, von Mutterschaft, Liebe, Arbeit und Identität – stets aus einer zutiefst persönlichen, zugleich universellen Erfahrung heraus.
Der internationale Durchbruch gelang ihr Anfang der 1980er Jahre mit der Teilnahme an der documenta 7. Seither ist ihr Werk in Museen und Sammlungen im In- und Ausland vertreten und wurde in zahlreichen Ausstellungen gewürdigt. Charakteristisch blieb dabei ihre Treue zur figurativen Malerei, die sie mit expressiver Geste, leuchtender Farbigkeit und einer unverwechselbaren Symbolsprache verbindet. Reisen und längere Aufenthalte, insbesondere im Senegal, erweiterten ihren Horizont und bereicherten ihr Œuvre um neue Motive und kulturelle Einflüsse, ohne dass ihre unverkennbare Handschrift je verloren gegangen wäre.
Eine besondere Rolle in den vergangenen Jahrzehnten spielte die Zusammenarbeit mit der Galerie Deschler Berlin. Seit den späten 1990er Jahren begleitet die Galerie das Schaffen Elvira Bachs mit zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen und hat entscheidend dazu beigetragen, ihr Werk im kunsthistorischen Kontext der Berliner Malerei sichtbar zu halten. Bereits Ausstellungen wie „Küchendiven“ (1997) oder „Neue Arbeiten“ (1999) dokumentierten das Vertrauen zwischen Künstlerin und Galerie, das sich in den folgenden Jahren kontinuierlich vertiefte. Spätere Präsentationen, darunter die vielbeachtete Ausstellung „Die andere Eva. 1979 bis heute“ zu ihrem 70. Geburtstag im Jahr 2021, machten eindrucksvoll sichtbar, wie konsequent Elvira Bach ihren eigenen Weg verfolgt und dabei über Generationen hinweg ihre Aktualität bewahrt hat. Die Galerie hat ihr Werk dabei nicht nur präsentiert, sondern in einen Dialog mit anderen prägenden Positionen der Berliner Kunstszene gestellt und so ihren Platz innerhalb der Kunstgeschichte immer wieder neu beleuchtet.
Diese langjährige Partnerschaft steht exemplarisch für eine Zusammenarbeit, die von gegenseitigem Respekt und dem gemeinsamen Vertrauen in die Kraft der Malerei getragen wird. Sie hat dazu beigetragen, Elvira Bachs Schaffen sowohl langjährigen Sammlerinnen und Sammlern als auch einem jüngeren Publikum zugänglich zu machen und ihre Werke immer wieder in aktuelle kunsthistorische Diskurse einzubinden.
Zum 75. Geburtstag richtet sich der Blick daher nicht allein zurück auf eine beeindruckende Karriere, sondern ebenso nach vorn auf ein Werk, das nichts von seiner Vitalität eingebüßt hat. Elvira Bach ist eine Künstlerin, die nie modischen Strömungen folgte, sondern sich stets selbst treu blieb. Ihre Bilder sind Bekenntnisse zur Freiheit, zur Unabhängigkeit und zur schöpferischen Energie des Menschen – und gerade darin liegt ihre anhaltende Bedeutung. So würdigen wir eine Malerin, deren kraftvolle Bildwelt seit Jahrzehnten mit unverwechselbarer Klarheit und Intensität erfüllt ist. Mögen Neugier, Schaffenskraft und Leidenschaft sie auch in den kommenden Jahren begleiten und ihr Werk weiterhin inspirieren.
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Welcome Address at the Opning Reception: Dr. Wolfram Weimer, Minister of State to the Federal Chancellor and Federal Government Commissioner for Culture and the Media (BKM)
With her 75th birthday this year, Elvira Bach celebrates not only a personal milestone but also an extraordinary body of work that has left a lasting mark on contemporary German art for more than four decades. As one of the most distinctive voices associated with the “Neue Wilde” movement, she has developed a visual language that remains defined by expressive color, profound emotional intensity, and uncompromising authenticity.
Born in 1951 and educated at the Berlin University of the Arts, Elvira Bach established an artistic vision early on that defied convention. While many of her male contemporaries shaped the emergence of the young Berlin painting scene, she forged an independent perspective that placed women at its center—as confident, creative, and multifaceted individuals. Her monumental self-portraits, portraits, and allegorical works speak of strength and vulnerability, sensuality and everyday life, motherhood, love, labor, and identity, always rooted in deeply personal experience while resonating on a universal level.
Her international breakthrough came in the early 1980s with her participation in documenta 7. Since then, her work has been represented in museums and collections both in Germany and abroad and has been celebrated in numerous exhibitions. Throughout her career, she has remained committed to figurative painting, combining expressive brushwork with luminous color and a highly distinctive symbolic vocabulary. Extensive travels and prolonged stays abroad—particularly in Senegal—broadened her artistic horizons and enriched her oeuvre with new motifs and cultural influences, while never diminishing the unmistakable character of her personal style.
A particularly significant chapter of recent decades has been her collaboration with Galerie Deschler in Berlin. Since the late 1990s, the gallery has accompanied Elvira Bach’s artistic development through numerous solo and group exhibitions, playing a decisive role in maintaining the visibility of her work within the broader history of Berlin painting. Early exhibitions such as “Küchendiven” (1997) and “New Works” (1999) already reflected the mutual trust between artist and gallery, a relationship that continued to deepen over the years. Later presentations—including the widely acclaimed exhibition “The Other Eve: 1979 to the Present,” organized in 2021 to mark her 70th birthday—demonstrated with remarkable clarity the consistency of Bach’s artistic path and her enduring relevance across generations. The gallery has not merely exhibited her work but has continually placed it in dialogue with other influential positions within Berlin’s artistic landscape, offering fresh perspectives on her place in art history.
This longstanding partnership stands as an exemplary collaboration founded on mutual respect and a shared belief in the enduring power of painting. It has helped make Elvira Bach’s work accessible not only to longtime collectors but also to younger audiences, while repeatedly situating her practice within evolving art-historical debates and contemporary critical discourse.
On the occasion of her 75th birthday, our gaze turns not only to an impressive career but also toward a body of work that has lost none of its vitality. Elvira Bach is an artist who has never followed passing fashions, remaining steadfastly true to her own vision. Her paintings are affirmations of freedom, independence, and the creative energy of the human spirit—and it is precisely in this unwavering commitment that their lasting significance resides. Today, we celebrate a painter whose powerful visual world has, for decades, been distinguished by exceptional clarity and intensity. May curiosity, creative vitality, and passion continue to accompany her in the years ahead, inspiring both her and all those who encounter her remarkable work.